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Herkunft & Regeln

Prosecco-Wissen

DOC oder DOCG, Brut oder Extra Dry, Spumante oder Frizzante — die Begriffe auf dem Etikett bedeuten etwas Konkretes.

Das Gebiet


Wo die Trauben wachsen

Das Anbaugebiet von Le Contesse umfasst 200 Hektar zwischen den Provinzen Treviso und Pordenone. Die Prosecco-Hügel von Conegliano und Valdobbiadene, an denen die meisten Weinberge liegen, wurden zum 55. italienischen Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Die Landschaft dort zieht sich in Ost-West-Richtung von Vittorio Veneto bis Valdobbiadene: Hügelketten, Ciglioni — kleine Weinberge auf schmalen Grasterrassen —, Wälder, Dörfer und Felder. Das raue Gelände wurde über Jahrhunderte vom Menschen geformt. Daraus ist eine Schachbrettlandschaft entstanden, in der die Rebzeilen mal parallel und mal senkrecht zum Hang laufen.

Drei Arten von Prosecco

Der Unterschied liegt im Druck in der Flasche und im Mindestalkohol:

TypMindestalkoholDruck
Stiller Prosecco (Tranquillo)10,5 % vol.unter 1 bar
Prickelnder Prosecco (Frizzante)10,5 % vol.1 bis 2,5 bar
Prosecco-Schaumwein (Spumante)11 % vol.über 3 bar

Im deutschen Sortiment findest du beides: die Spumante-Linie mit über 3 bar und die leichteren Frizzante-Weine.

Die fünf Süßegrade

Hier liegt die häufigste Verwechslung. „Dry“ heißt beim Schaumwein nicht trocken — es ist die zweitsüßeste Stufe. Trocken ist Brut, und noch trockener ist Extra Brut.

BezeichnungZuckergehaltBeispiel aus dem Sortiment
Extra Brutunter 8 g/lBrut Nature mit 0,5 g/l liegt noch darunter
Brutunter 12 g/lProsecco Spumante Brut Treviso DOC, 10 g/l
Extra Dry12 bis 17 g/lProsecco Spumante Extra Dry Treviso DOC, 14 g/l
Dry (trocken)17 bis 32 g/l
Demi-Sec32 bis 50 g/l

Der Anna Spumante Moscato Dolce liegt mit 60 g/l oberhalb dieser Skala und ist deshalb als Dolce ausgewiesen.

Herkunftsbezeichnungen


Prosecco Superiore Conegliano Valdobbiadene DOCG

Das Produktionsgebiet ist das historische und beschränkt sich auf 15 Hügelgemeinden zwischen den beiden Zentren Conegliano und Valdobbiadene: Conegliano, San Vendemiano, Colle Umberto, Vittorio Veneto, Tarzo, Cison di Valmarino, Follina, Miane, Valdobbiadene, Vidor, Farra di Soligo, Pieve di Soligo, San Pietro di Feletto, Refrontolo und Susegana in der Provinz Treviso.

Von 20.000 Hektar Gesamtfläche sind 7.000 Hektar Weinberge. Sie werden von 3.000 Winzerfamilien bewirtschaftet und von 454 Weingütern sowie 183 Sektproduzenten ausgebaut.

Die Reben stehen an Hängen mit bis zu 70 % Neigung und werden von Hand gepflegt. Der Wein besteht aus mindestens 85 % Glera und höchstens 15 % Verdiso, Bianchetta, Perera und Glera lunga — Sorten, die seit Jahrhunderten auf diesen Hügeln stehen. Für Schaumwein dürfen zusätzlich Pinot und Chardonnay verwendet werden. Der zulässige Ertrag liegt bei 135 Doppelzentnern je Hektar.

Zwei Zusatzbezeichnungen gehen darüber hinaus:

  • Rive — Ertrag auf 130 Doppelzentner/ha reduziert, Handlese verpflichtend, Jahrgangsangabe verpflichtend. „Rive“ heißt im lokalen Dialekt Weinberg in steilem Gelände. Mit dieser Bezeichnung darf zusätzlich die Gemeinde oder der Weiler auf dem Etikett stehen, aus dem die Trauben stammen.
  • Cartizze — Ertrag 120 Doppelzentner/ha, Trauben ausschließlich aus dem Gebiet des Weilers San Pietro di Barbozza.

Prosecco DOC

Die DOC umfasst neun Provinzen: Treviso, Vicenza, Udine, Pordenone, Triest, Belluno, Venedig, Padua und Görz. Erzeuger außerhalb des Anbaugebiets dürfen abfüllen, wenn sie nachweisen, dass sie diesen Wein seit mindestens fünf Jahren in Flaschen füllen.

Nur die Provinzen Treviso — mit 95 Gemeinden — und Triest dürfen das Herkunftsgebiet der Trauben zusätzlich auf dem Etikett nennen. Deshalb steht auf den Flaschen von Le Contesse Prosecco DOC Treviso.

Auch hier gilt: mindestens 85 % Glera, höchstens 15 % Nebensorten sowie Pinot und Chardonnay. Der erwartete Ertrag im Weinberg beträgt 180 Doppelzentner je Hektar.

Prosecco DOCConegliano Valdobbiadene DOCG
Gebiet9 Provinzen in Venetien und Friaul15 Hügelgemeinden der Provinz Treviso
Ertrag180 dz/ha135 dz/ha
Lesemaschinell möglichüberwiegend Handarbeit, Hänge bis 70 % Neigung
Glera-Anteilmind. 85 %mind. 85 %

Die DOCG-Weine ansehen

Geschichte


Von Pucino zur geschützten Herkunft

Die Ursprünge des Prosecco gehen auf die Römerzeit zurück, etwa auf das 2. Jahrhundert v. Chr. im Friaul — genauer auf einen kleinen Ort namens Prosecco. Überliefert ist, dass Livia, die Frau des Augustus, den dortigen Puxinum beziehungsweise Pucino so gern trank, dass sie ihn für das Geheimnis ihrer Schönheit hielt.

Damals glaubte niemand an das Potenzial dieses Weins. Die Produktion wurde durch andere Rebsorten ersetzt und wanderte in die Hügel von Conegliano Valdobbiadene ab. Dort fand die Sorte das Umfeld, in dem sie funktioniert.

1868 gründete Antonio Carpenè zusammen mit Caccianiga, Malvolti und Vianello die „Società Enologica Trevigiana“. Ab da wurde Prosecco als eigenständiger Wein geschätzt und gefördert. Carpenè untersuchte auch, wie der Wein mindestens 30 Tage zusammen mit Zucker und Hefe im Autoklaven nachgären kann — das Verfahren, das heute die Grundlage der Schaumweinbereitung in Conegliano Valdobbiadene ist.

Zu den Lehrern der Schule zählten Arturo Marescalchi, Giovanni Dalmasso und Luigi Manzoni. Manzoni schuf die Kreuzungen, die bis heute seinen Namen tragen; Tullio de Rosa schrieb die Bücher, an denen ganze Generationen gelernt haben.

1923 gründeten die Professoren Giusti und Dalmasso die Versuchsstation für Weinbau und Önologie in Conegliano, aus der 2004 das Forschungszentrum für Weinbau CRA wurde. 1962 gründeten elf Hersteller das Konsortium zum Schutz des Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene. 1966 wurde die Strada del Prosecco eröffnet — die erste Weinstraße Italiens. 1969 erhielt der in 15 Gemeinden erzeugte Prosecco die kontrollierte Ursprungsbezeichnung.

Von 1962 bis 2009 war Prosecco in den Hügeln von Conegliano Valdobbiadene DOC und in der Ebene IGT. Weil der Wein weltweit erfolgreich und vielfach kopiert wurde, band man die Erzeugung wieder an den Ursprungsort und stellte die alten Rebnamen Glera und Glera lungo wieder her. Am 17. Juli 2009 wurde der Prozess abgeschlossen: mit der Anerkennung der DOC „Prosecco“ sowie der beiden DOCG „Conegliano Valdobbiadene — Prosecco“ und „Colli Asolani — Prosecco“.

Auf DOCG-Weinen steht der Name der Herkunftsbezeichnung „Conegliano-Valdobbiadene“ deutlich auf dem Etikett, beim Schaumwein gefolgt von „Prosecco Superiore“.

Häufige Fragen


Kurz beantwortet

Was ist der Unterschied zwischen Prosecco DOC und DOCG?

DOC umfasst neun Provinzen in Venetien und Friaul mit einem zulässigen Ertrag von 180 Doppelzentnern je Hektar. DOCG beschränkt sich auf 15 Hügelgemeinden zwischen Conegliano und Valdobbiadene, erlaubt nur 135 Doppelzentner je Hektar und wird an Hängen mit bis zu 70 Prozent Neigung überwiegend von Hand gelesen. DOCG ist damit die engere und aufwendigere Herkunft.

Ist Extra Dry trockener als Brut?

Nein, umgekehrt. Brut hat weniger als 12 Gramm Zucker je Liter, Extra Dry liegt zwischen 12 und 17 Gramm. Extra Dry ist also die süßere der beiden Stufen. Noch trockener als Brut sind Extra Brut mit unter 8 Gramm und Brut Nature — der Prosecco Brut Nature von Le Contesse hat 0,5 Gramm je Liter.

Was unterscheidet Spumante von Frizzante?

Der Druck in der Flasche. Frizzante hat 1 bis 2,5 bar und mindestens 10,5 Volumenprozent Alkohol, Spumante über 3 bar und mindestens 11 Volumenprozent. Frizzante perlt feiner und wirkt leichter.

Aus welcher Rebsorte wird Prosecco gemacht?

Aus Glera, zu mindestens 85 Prozent. Die restlichen bis zu 15 Prozent dürfen Verdiso, Bianchetta, Perera und Glera lunga sein, bei Schaumwein zusätzlich Pinot und Chardonnay. Beim Prosecco Rosé DOC sind es 85 Prozent Glera und 15 Prozent Pinot Nero.

Was bedeutet Millesimato auf dem Etikett?

Millesimato heißt Jahrgangswein: Die Trauben stammen aus einer einzigen Ernte, und der Jahrgang steht auf der Flasche. Beim Prosecco Rosé DOC ist die Jahrgangsangabe sogar vorgeschrieben.

Was sind Rive und Cartizze?

Beides sind Zusatzbezeichnungen innerhalb der DOCG. Rive steht für Weinberge in steilem Gelände: Der Ertrag ist auf 130 Doppelzentner je Hektar begrenzt, Handlese und Jahrgangsangabe sind Pflicht, und die Herkunftsgemeinde darf aufs Etikett. Cartizze erlaubt 120 Doppelzentner je Hektar, und die Trauben müssen aus dem Gebiet des Weilers San Pietro di Barbozza stammen.

Wie kalt sollte Prosecco serviert werden?

Für die Spumante-Weine von Le Contesse gibt das Weingut 6 bis 10 Grad an, für die Frizzante-Weine 8 bis 10 Grad. Zu kalt betäubt die Aromatik, zu warm wirkt die Kohlensäure grob.

Wo kaufe ich Le Contesse in Deutschland?

Im Onlineshop der genuss7.de GmbH, die Le Contesse in Deutschland vertreibt. Dort sind die Weine einzeln, im Magnumformat und als Probierpaket gelistet. Für Gastronomie und Handel gibt es eigene Konditionen — Anfragen über die Kontaktseite.

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