Das Weingut
Auf der Suche nach dem perfekten Prosecco
Ein Betrieb, der 1976 mit ein paar Reben anfing und heute über 200 Hektar bewirtschaftet.
„Mein Name ist Loris Bonotto und ich bin Inhaber von Le Contesse. Ihnen von meinem Unternehmen zu berichten ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, denn dabei erzähle ich gleichzeitig von meinem Leben.“ Loris Bonotto, Inhaber von Le Contesse
1976, San Polo di Piave
Die Familie Bonotto ist in San Polo di Piave verwurzelt. Dort gründete Loris Bonotto 1976 gemeinsam mit seiner Frau Luigina den landwirtschaftlichen Betrieb. Den Namen nahm er von den Schwestern Tiepolo aus Venedig — den Gräfinnen, den contesse.
Die ersten Glera-Reben wurden nach der Bellussera-Methode gepflanzt. Das ist eine alte venetische Erziehungsform: Die Reben klettern an Bäumen und gespannten Drähten in die Höhe, statt auf Hüfthöhe in Drahtrahmen zu wachsen. Diese Anlage ist bis heute das Herzstück des Betriebs — man kann zwischen den Stöcken hindurchgehen.
Die Leidenschaft für Önologie
Loris ging zunächst auf das Collegio Brandolini Rota in Oderzo. Sein Önologie-Diplom machte er anschließend in Conegliano, an der bekanntesten und ältesten Önologieschule Italiens. Dort wurde auch die Methode entwickelt, mit der der Schaumwein aus Conegliano Valdobbiadene bis heute entsteht.
Sein Vater betrieb einen Keller mit Betontanks und machte darin Rot- und Weißweine. Loris fing an zu experimentieren: erst mit Pinot Bianco und Chardonnay nach der traditionellen Methode der Champagne, dann mit dem Charmat-Verfahren für Schaumwein. Schaumwein war in dieser Gegend zu dieser Zeit noch eine Seltenheit — und Prosecco war Conegliano vorbehalten.
Vom Hof auf die Straße
Damit der Wein zu den Kunden kam, investierte Loris in Lastwagen und eine eigene Abfüllanlage. Er fuhr selbst durch Italien und lieferte aus, erst Korbflaschen, dann Flaschenware. Luigina hielt den Betrieb und die Familie zusammen — Landwirtschaft und Kinder gleichzeitig.
Aus einem kleinen Autoklaven wurden mehrere, aus mehreren eine eigene temperaturgeführte Halle. In den neunziger Jahren, nach der Einstellung von Mitarbeitern und dem Kauf weiterer Lastwagen, lag die Produktion bei 800.000 Flaschen im Jahr.
Ins Ausland — und zum Bio-Anbau
Als der Betrieb stand, wollte Loris exportieren. Also besuchte er abends und am Wochenende Englischkurse und hörte unterwegs Sprachaufnahmen auf dem Walkman.
Heute gehört Le Contesse zu den größeren Erzeugern der Region: über 200 Hektar Rebfläche, davon 70 Hektar zertifiziert biologisch. Für Loris ist das keine Nische, sondern die Richtung — für den Betrieb, für die Kunden, für die Nachkommen und für den Boden.
Die Weine stehen inzwischen auf Weinkarten in China, Russland, Brasilien, den USA, Australien, Japan und in ganz Europa. In Deutschland bekommst du sie über genuss7.
Bio
70 von über 200 Hektar
Rund ein Drittel der Rebfläche ist zertifiziert biologisch bewirtschaftet. Daraus entsteht unter anderem der Prosecco Spumante Brut Biologico DOC, kontrolliert unter DE-ÖKO-006 (IT-BIO-006).
Kurz gefasst
Der Betrieb auf einen Blick
- 1976Gründung durch Loris und Luigina Bonotto
- 200+Hektar zwischen Treviso und Pordenone
- 70Hektar zertifiziert biologisch
- VazzolaSitz des Betriebs, Provinz Treviso
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Woher die Trauben kommen
Das Anbaugebiet, der Unterschied zwischen DOC und DOCG, die fünf Süßegrade und die Geschichte des Prosecco von der Römerzeit bis zur Herkunftsregelung — das steht auf der nächsten Seite.